Arztmuffel und Hypochonder aufgepasst
November 2009 | Meinung von Sylvia Rassler | Neue Artikel per Mail erhalten
Das deutsche Gesundheitssystem. Was kann man dazu noch sagen? Durch Krankenkassen-Flatrates und Praxisgebühren ersparen sich immer mehr Leute den Arztbesuch, der für Nicht-Privatpatienten vor allem häufig eines bedeutet: 3 Stunden Wartezimmer, 10 Minuten Arzt. Seit kurzem bietet aber die moderne und mobile Technik Arztmuffeln Abhilfe, nämlich durch die iPhone-App WebMD Mobile. Selber Dr. House spielen, das ist hier das Motto. Mit dem iPhone unterwegs, kann man mit der Applikation WebMD Mobile anhand eines 3D Modellmenschens seine Beschwerden oder die seiner Freunde lokalisieren und durch den WebMD Symptom Checker sich mehr oder minder professionell diagnostizieren lassen, was man nun für ein Wehwehchen hat. Vielleicht ist es ja diesmal Lupus. Die Applikation bietet im Anschluss dann auch gleich die richtige Medizin an, um alles wieder heile zu machen. Ein weiteres Feature gibt Nachwuchsärzten und Amateursanitätern Einsicht in Wiederbelebungs- und Erste-Hilfe-Techniken. Na wenn das mal die Ärzte in diesem Land nicht freut! Wenn diese Applikation in die falschen Hände gerät, nämlich in die der Hypochonder, dann kann dies vor allem verheerende statt lebensrettende Folgen haben. Zum Glück gibt es den Medizinschrank für’s Handy aber noch nicht in Deutsch, sondern vorerst nur in Englisch.

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