Apple App
Juli 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhaltenMenschen mit Hang zur Orientierungslosigkeit - nein, nicht nur Frauen! - lieben New York, genauer gesagt Manhatten. Alles von Nord nach Süd heißt Avenue, die West-Ost-Verbindungen Streets, die Abgrenzung und Unterscheidung erfolgt einzig und knallhart über Durchnummerierung. Tolle Sache, die jeder zu schätzen weiß, der Big Apple kennt. Bleibt die Suche nach der nächsten U-Bahn-Station, die auch jeder Mensch aus jeder x-beliebigen Metropole kennt. Künftig werden aber nur noch die in der analogen Welt hängengebliebenen, also mit ordinärem Stadtplan reisenden Touris das Problem haben. Alle anderen, zumindest die mit iPhone, werden ihr Smartgerät zücken, Richtung Gehweg, Häuserwand und Himmel halten und dementsprechend losmarschieren.
Und das aus einem einfachen Grund: Sie haben eine App auf dem Smartphone, die ihnen nach wenigen Augenblicken die Richtung zur nächstgelegensten U-Bahn-Station anzeigt, plus Alternativ-Stationen und jeweilige Bahnen, die dort langfahren. Hört sich alles gut und logisch an. Zumindest solange, wie sich die iPhone-Gemeinde zahlenmäßig in der Minderheit gegenüber der Normalo-Handy-Besitzerschaft befindet. Denn mit ein wenig Vorstellungsvermögung könnten sich auf den Straßen dieser Welt Szenarien in Form übelster Massenkarambolagen ereignen - denn mal ehrlich: Wenn alle nur noch auf ihr Handy glotzen, dessen Anweisungen ohne die Augen vom Display zu lassen “blind” folgen und so sicherlich mit dem einen oder anderen Straßenverkehrsteilnehmer kollidieren, dann schreit der Smartphone-Markt geradezu nach der nächsten App: the nearest hospital.
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