What’s my age again?
Januar 2009 | Meinung von Joerg Petzold | Neue Artikel per Mail erhalten
Wie bringt man jungen Leuten bei, dass man nicht ewig alcopopverwöhnt sein Taschengeld für Klingeltöne, Rennfelgen und Heimelektronik ausgeben kann? Oder respektive ähnlich erfolgreich bei H&M, Mango oder AWG versenkt? Dass nach dem Spaß der bittere Ernst der Rente kommt? Schwer, sicherlich, aber nicht unmöglich. Das beweist der private Rentenversicher AMF Pension in einer Mobile-Marketing-Kampagne, für die es jüngst sogar den Epica Award regnete.

Erklärtes Ziel sei es gewesen, junge Menschen für Maßnahmen zur Altersvorsorge zu sensibilisieren. Was voraussetzt, dass sich die Kohorte der 18-34-jährigen ihres eigenen körperlichen Zerfalls überhaupt bewusst ist. Der Narzissmus ebnet den Weg: Durch Plakate wurden junge Menschen aufgerufen, eine MMS ihres eigenen Konterfeis an AMF zu senden. Einige Sekunden später erhielt man sein eigenes Foto zurück, allerdings mit dem Unterschied, dass man durch wüste Tricks der Bildberarbeitungsgilde auf das optische Alter eines/einer Siebzigjährigen formatiert wurde. Diese Spielereien mit Gesichtern sind nun unbedingt nicht bahnbrechend neu, wurden in dieser Kampagne aber sinnvoll verankert. Tja, und dafür gibt’s dann eben auch Preise.
PS: Den bislang wohl schönsten Beitrag zum Theme Coming of Age hat alllerdings wohl Baz Luhrmann abgeliefert:
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