App(l) und ´n Ei
Januar 2011 | Meinung von Tina Ebermann | Neue Artikel per Mail erhalten
Nacktscanner war gestern. Scan dein Ei ist heute! Klar, denn die Gefahr geht derzeit nicht von Computerspielen aus, die die Jugend zu willenlosen drei-Tage-wach-Dauerzockern macht oder von Terrordrohungen, die verursachen, dass jede stehengelassene Tasche im Büro nach Feierabend panisch aus dem dritten Stock geworfen wird. Auch die Schneemassen, die völlig unerwartet in den plötzlich auftretenden Wintermonaten gefallen sind, stellen in diesen Tagen nicht eine solche Bedrohung dar, wie das gemeine Frühstücksei zum Sonntagsbrunch.
Das kann so nicht weitergehen – dachten sich auch fleißige App-Bastler und haben sich prompt etwas einfallen lassen, um der noch letzten gebliebenen Freude am Morgen den Schrecken zu nehmen. Schließlich sorgen schon das vorwurfsvolle Gesicht auf der Wurst und die Milch von der unzufriedenen Kuh ohne regelmäßigen Weidegang für ständige Empörung am Esstisch. Hatte doch gerade so das Ei von glücklichen Hühnern Einzug gehalten und uns ein Bienchen ins Ökoheftchen beschert, gibt es jetzt den nächsten Skandal. Das Ei ist in aller Munde – beziehungsweise eben nicht mehr.
Die App funktioniert jedenfalls so: Der Barcode auf einem Ei wird erfasst und dann gecheckt, ob eines der ovalen Lieblinge nicht ganz rund läuft und man lieber die Finger davon lassen sollte. Die Idee, die zumindest die Generation der Smartphonenutzer vor den dunklen Mächten schützt, ist ein klarer Fall von geschickt ei(n)geleitet.
[Bildquelle: www.blog.barcoo.com]
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